Beyond the Swimming Pool

 

Als ich meine schier endlose Bildersammlung der letzten Monate in New York durchgescrollt habe, ist mein Blick an dieser Collage oben hängen geblieben. Das ist von David Hockney? Tatsächlich, kein Zweifel, Hockney. Alle Bilder auf meinem Screen zeigten  den typischen Mix aus Gemälden in flächigen, warmen Farben, Elementen der Pop-Art und der figürlichen Malerei. Und natürlich Swimming Pools.

Im Jahr 1964 zog es Hockney von London nach Los Angeles, wo das Licht und die klaren, geometrischen Linien der modernistischen Mid-Century Architektur einen starken Einfluss auf seine Motive nahmen. Die Faszination, die von den unzähligen Swimming Pools in den Gärten der stilvollen Privathäuser ausging, soll ihn schon im Landeanflug auf die LA gepackt haben.

David Hockney – A Bigger Splash (1967)

 

David Hockney – Portrait d’un artiste (1972)

 

Der Fotograf David Hockney
Es war beeindruckend, die Werke, die man so oft irgendwo abgebildet gesehen hat, live zu sehen und in den kalten Wintermonaten New Yorks von der kalifornischen Sonne zu träumen. Die Ausstellung im Met war die grosse Retrospektive, die zum 80. Geburtstag des Künstlers 2017 in der Tate London, dem Centre Pompidou und schliesslich im Metropolitan Museum of Modern Art gezeigt wurde. Die Bilder, die der Inbegriff für den sonnengeküssten Lebensstil der Westküste sind, hatten ihn in den 1960er Jahren berühmt gemacht.

Ab den 1970ern begann er als Recherchemethode sich stärker der Fotografie zuzuwenden. Hockney wandte sich mehr und mehr einem experimentelleren Umgang mit Perspektie zu und kombinierte die Fotos, die bisher Vorlagen für seine Gemälde waren, zu eigenen Arbeiten. In der Ausstellung waren viele verschiedene Stufen seines fotografischen Schaffens gezeigt, mein Lieblings-Piece ist aber definitiv Gregory Swimming (1982), in dem das Motiv des Pools auch wieder aufgegriffen wurde. Ich gebe es zu, ich bin anfällig für dieses kalifornische Wohlfühl-Motiv.

David Hockney – Gregory Swimming (1982)

 

Das Jahr 1976 markiert einen Wendepunkt in Hockneys Stil. Dann entstand seine erste fotografische Arbeit, das Portfolio Twenty Photographic Pictures, das sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Darin sind verschiedene Collagen zu sehen, die Gregory Swimming sehr ähnlich sind und aus über 100 Polaroidfotos zusammengesetzt wurden. Ihr Spiel mit der Perspektive und der Vervielfältigung des Motivs erinnert an Arbeiten des Kubismus.

Passend dazu verriet der Wandtext, dass Hockney stark von einer Picasso-Ausstellung beeinflusst wurde.

„He [Picasso] was capable of every style. The lesson I draw is that we should make use of them all“.

Die Lehre, die ich aus der Ausstellung zu David Hockney gezogen habe: Auch wenn man meint, den Künstler einigermassen zu kennen, lohnenswerte Überraschungen gibt es an Retrospektiven immer.

 

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