Das Cully Jazz Festival lässt nicht nur das Musikerherz höher schlagen

 

“Cully? Noch nie davon gehört!” Ich musste mir einmal wieder eingestehen, dass es tatsächlich so etwas wie einen Röstigraben gibt. Denn während meinen Nachforschungen (aka Google-Suche) musste ich feststellen, dass es sich bei Cully nicht etwa um eine Kaugummimarke handelt,  sondern um ein Weinbauerndorf, das im Herzen des zum UNESCO-Welterbe deklarierten Lavaux-Gebietes liegt. Eine Weinregion direkt am Genfersee also – mit Blick auf die Alpen obendrauf. Klingt traumhaft? Ist es auch!

 

Saxophonklänge, Wein und Lampions

Aber damit nicht genug: In Cully findet seit sage und schreibe 35 Jahren das Cully Jazz Festival statt. Die Einwohner des Dorfes öffnen jedes Jahr ihre Türen, ihre Weinkeller und manchmal sogar ihre Wohnzimmer, um Musiker und Gäste aus aller Welt zu empfangen. Ungefähr 65’000 Besucher strömen jährlich in die von Lampions beleuchteten Gassen des pittoresken Dörfchens. Die Atmosphäre ist während des Festivals durchtränkt von schwungvollen Saxophonklängen, angeheitertem Gelächter und dem süss-sauren Geruch von Weisswein.

Die 36. Ausgabe des Cully Jazz Festivals

Dieses Jahr findet die 36. Ausgabe des Cully Jazz Festivals vom 13. bis 21. April statt. Während der neun Tage treten sowohl internationale Grössen wie auch weniger bekannte Newcomer auf. Besucher können sich laufend von Jazz, Blues, R’n’B und Gospel berauschen lassen – nebst den kostenpflichtigen Konzerten (ca. 50 CHF Eintritt) gibt es ständig Auftritte an öffentlichen Plätzen, in den Caveaux oder dann eben bei Leuten Zuhause. Letzten Samstag war Joshua Redman das grosse Highlight des Abendprogramms: Der berühmte US-amerikanische Saxophonist war unter anderem Mitglied der Band The Louisiana Gator Boys und hat mit Eric Clapton und B. B. King gespielt.

 

Das Festival ist aber noch lange nicht vorbei: Wer für den anstehenden Frühlingsferien-Beginn am kommenden Wochenende noch keine Pläne hat, dem empfehlen wir einen Abstecher nach Cully. Am Freitagabend spielt unter anderem der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft, einer der Hauptakteure bei der Transition vom traditionellen nordischen Jazz zum «Nu Jazz» der 90er Jahre. Und am Samstag, dem letzten Tag des Festivals, tritt die charismatische Israelin mit äthiopisch-jüdischen Wurzeln Ester Rada auf.

 

Warum sich ein Besuch auch für wanderfreudige Gourmands lohnt

Wer mit Jazz nichts am Hut hat, darf sich einfach von der angenehmen Stimmung treiben lassen. Denn es geht da nicht nur um Musik, sondern auch um guten, lokalen Wein! Die Gourmands unter euch würden bei einem Ausflug also definitiv nicht auf der Strecke bleiben. Mit einer sonntäglichen Wanderung über den Panoramaweg von Cully nach Vevey mit Zwischenhalt in der Auberge de l’Onde, einem traditionsreichen Restaurant aus dem 18. Jahrhundert im schönen Dorf St. Saphorin, wäre das Programm bei gutem, regionalen Wein und saisonaler Küche perfekt abgerundet.

 


 

Ein spezieller Dank geht an das Moods für die Einladung und Akkreditierung am Festival und an Montreux Riviera Tourismus für die Organisation des Transports und einer Übernachtung im Astra Hotel in Vevey.

Photo Credits: Carlos Cuadrado (mit Ausnahme von Ester Rada: https://cullyjazz.ch/de/programm/164269-ester-rada)

 

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