Venedig

“Viele Leute glauben, Venedig wäre die ideale Szenerie für Flitterwochen. Aber das ist ein schwerer Irrtum. Wer in Venedig lebt oder auch nur zu Besuch kommt, verliebt sich in die Stadt. Deshalb ist im Herzen kein Platz für einen anderen. Diese [leidenschaftliche Liebe zu Venedig] schwillt an und ebbt ab wie die Gezeiten, verstärkt sich, wenn der Wasserspiegel steigt, und lässt ein wenig nach, sobald er sinkt. Und wenn Venedig überschwemmt ist, wird es noch inniger geliebt. In Venedig gibt es kein normales Leben. Hier schwimmt alles. Man schwimmt in Restaurants, und wieder hinaus, in Läden, Kinos, Theater, Museen, Kirchen und Hotels. Genüsslich schwimmt man dahin mit dem Gefühl der Freiheit.” – So schrieb Peggy Guggenheim in ihrer Autobiographie über ihre Stadt der Wahl. Wir teilen ihre Liebe zu dieser Stadt, die im 15. und 16. Jahrhundert als Republik die Weltmacht innehatte. Sie beherrschte den Handel nach Konstantinopel, die Bewohnerinnen und Bewohner waren für ihren gross- und freizügigen Lebensstil bekannt. Die Republik wurde von reichen Händlern regiert – den Dogen – die es sogar wagten, sich mit dem Papst anzulegen: Denn für sie stand nicht mehr Gott, sondern der Mensch im Zentrum. Tizian, Veronese und Tintoretto sind einige der Renaissance-Künstler, die im Zeichen des Humanismus die Kunstwelt revolutionierten. Bis heute hallt es aus dieser goldenen Zeit noch nach: Die vielen Kirchen, die grosszügigen Plätze, die atemberaubenden Palazzos. Und als Kunstzentrum hat Venedig bis heute nicht ausgedient: An der renommierten Biennale wird im Zweijahres-Rhythmus abwechselnd Architektur und zeitgenössische Kunst gezeigt.

Ein-perfekter-Tag-in-Venedig
Der Tag beginnt eher spät, mit einem Marmeladen-Croissant und einem Kaffee beim Caffè del Doge in der Nähe der Rialto-Brücke. Danach geht es zu Fuss weiter zur Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari und zur Scuola Grande di San Rocco, wo du dir unter anderem Meisterwerke von Tizian und Tintoretto ansiehst und in den Bann von Venedigs “Goldenem Zeitalter” gezogen wirst. Danach holst du dir eine erste, süsse Verstärkung aus der Pasticceria Tonolo. Wer bereits genug hat von Renaissance-Kunst, der geht danach entweder in den Palazzo Grassi oder in die Peggy Guggenheim Collection. Alle anderen finden aber noch ihren Weg zur Chiesa di San Sebastiano, in der es Meisterwerke von Veronese zu entdecken gibt. Danach sollte es noch für einen Abstecher in die Accademia und/oder in die Basilica di Santa Maria della Salute reichen. Den wohlverdienten Bellini gibt’s im Anschluss in der Harry’s Bar. Einen abendlichen Spaziergang auf dem Markusplatz lässt du dir nicht entgehen, jetzt, wo die meisten Tagestouristen wieder weg sind. Zum Feinschmecker-Abendessen mit frischem Fisch und Meeresfrüchten gehst du in die Osteria Alle Testiere.

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