Gallery Weekend Berlin

 
Es ist Ende April. In Zürich schneit es. Ich sitze im Flixbus in Richtung Berlin. Alle, die meine Leidenschaft für lange Car-Fahrten teilen, werden das Gefühl der Entschleunigung, die solche Reisen vermitteln können, zu schätzen wissen. Trotz Chipstüten-Geräuschen mitten in der Nacht, schnarchenden Backpackern und stickiger Luft. Das gehört eben alles dazu. Mein Ziel: Das Gallery Weekend in Berlin.

In Berlin angekommen, bereite ich in einer Jugendherberge in Moabit – einem ehemaligen Arbeiterviertel ohne Plattenbauten und Touristen – die Galerien-Tour vor, die ich an dem Wochenende vornehmen will. Aber zuerst ein kleiner Einschub: Was ist das Gallery Weekend überhaupt?

Das Gallery Weekend

Seit 2007 wird das Event jedes Jahr organisiert: Die teilnehmenden Galerien (nur rund 50 schaffen es in die Auswahl!) eröffnen im Rahmen des Weekends ihre Frühlingsausstellungen. Entsprechend wird aufgetischt: Von Ramona Rosenkranz über Lu Yang bis hin zu Olafur Eliasson – die Galeristen legen ihre Trumpfkarten offen. Die Galerien sind über die ganzen Bezirke verteilt, das Gallery Weekend kann also auch als erweiterte Stadtkultur, die es an dem Wochenende zu erleben gilt, verstanden werden. Alles, was man als Besucher/in braucht, ist eine Gallery Weekend Map, mit der man pfadfindermässig ganz Berlin nach Galerien abklappern kann. Eintritt kostet es in der Regel nicht – im Gegenteil: Meistens wird man mit einem Gläschen Wein oder mit einem Tannenzäpfle-Bier begrüsst. Wie es an Vernissagen eben so ist.

All alone but not so alone in Berlin

Ich bin für die diesjährige Ausgabe vom 27. bis 30. April (mal wieder) ganz alleine nach Berlin gekommen. Hier fällt man nicht auf, vor allem nicht an Kunstanlässen, wenn man alleine unterwegs ist. Ausserdem kann man sich so ganz auf die eigene Lust und Laune konzentrieren, ohne auf Mitreisende Rücksicht nehmen zu müssen. In einer Stadt mit einem kulturellen Überangebot kann das sehr vorteilhaft weil zeitsparend sein. Am Freitagabend war ich dann also auf eigener Faust unterwegs und habe mich von Lu Yang’s Delsuional Mandala im Société flashen lassen.

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Galerie Neugerriemschneider

 

Ich war dann aber trotzdem froh, als ich am Samstag eine gute, alte Freundin traf, um gemeinsam die Galerien in der Nähe des Oranienburger Tors zu besuchen. Und die beste Überraschung war Ann, die sich spontan dazu entschied, an das Weekend zu kommen. Als Truppe am Weekend unterwegs zu sein kann ich schliesslich jedem und jeder ans Herz legen. Der gegenseitige Austausch fördert die Reflektion über das soeben Gesehene, was gerade bei einer Reizüberflutung, wie sie am Gallery Weekend gegeben ist, ziemlich gut ist. Ausserdem ist es so viel gemütlicher, hier und da in einem Café Halt zu machen.

Die Highlights

Unsere Highlights am diesjährigen Weekend waren die Ausstellungen “Delusional Mandala” von Lu Yang im Société, “Aluminium Paintings” von Michel Majerus in der Galerie Neugerriemschneider und “Flower Dance” von Tatsuo Miyajima in der Buchmann Galerie. Ausserdem haben wir es zum ersten Mal ins C/O Berlin (auch: Amerika Haus) geschafft. Ein Tipp für alle Fotografie-Liebhaber!

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Buchmann Galerie

 

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c/o Berlin

 

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Société

 


 

Interessiert, das Weekend selbst einmal zu besuchen oder als Vorwand für den nächsten Berlin-Trip zu nutzen? Hier findest du alle Infos: www.gallery-weekend-berlin.de

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