6 kuriouse Fakten aus der Kunstwelt


1. Louise Bourgeois’ berühmte Spinne ist eine Hommage an ihre Mutter
Der weltberühmte, 9 Meter hohe Bronzeguss der Künstlerin in Form einer Spinne repräsentiert ihre eigene Mutter – was dem Namen des Kunstwerkes, nämlich Maman, ziemlich einfach zu entnehmen ist. Es ist nahe liegend, daraus auf eine schlechte Mutter-Tochter-Beziehung zu schliessen, welche die Künstlerin über ihr Schaffen aufarbeiten und überwinden wollte. Doch dem ist nicht so, im Gegenteil. Die Spinne ist eine Hommage an ihre Mutter, die in Paris als Restauratorin von Tapisserien arbeitete, und so, wie die Spinnen, immer wieder Gewebe erneuerte. Für Bourgeois war die Spinne beschützend und hilfreich. Maman ist somit kein blutrünstiges Ungeziefer, sondern im Gegenteil: die Spinne ist für Bourgeois des Menschen Freundin, da sie die Ungeziefer von ihnen fernhält. Willst du mehr über Louise Bourgeois erfahren? Dann lies hier Ann’s Artikel dazu!


2. Tom Ford macht verdammt gute Filme
Tom Ford ist ein Multitalent. Er macht nicht nur unglaublich schöne Mode und umwerfende Sonnenbrillen, sondern auch verdammt gute Filme. Es sind nicht viele, besser gesagt nur zwei: A Single Man und Nocturnal Animals. ABER: Gerade Nocturnal Animals, mit Jake Gyllenhaal und Amy Adams in der Hauptrolle, muss unserer Meinung nach auf deine Movies-I-have-to-watch-before-I-die-Liste.


3. Peggy Guggenheim war nicht die einzige Exzentrikerin in ihrer Familie
Wir wurden gestern von Arthouse und Hauser&Wirth an die Spezialvorstellung für die 2015 erschienene Dokumentation über die grossartige Peggy Guggenheim eingeladen. Die berühmte Kunstsammlerin und Nichte von Solomon R. Guggenheim hat nicht nur die Avantgarde nach New York gebracht (mit Max Ernst als Ehemann im Gepäck), sondern hat während des zweiten Weltkrieges alle grossen Künstler gesammelt – darunter Picasso, Miró und Dalí – als das Louvre ihre Werke noch als “nicht rettenswert” befand. Doch erst richtig spannend wird es, wenn man noch weiter in ihrer Vergangenheit, ja, in ihrer frühen Familiengeschichte gräbt. In der Dokumentation erfahren wir, dass die Guggenheims in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Schweiz nach New York kamen und sich anfangs als Hausierer durchschlugen. Doch dank des Bergbaus und des Kupferhandels wurde die Familie bald millionenschwer. Die gesamte Familie bestand schliesslich aus Exzentrikern, die ziemlich viel Geld hatten. Peggys Tante, zum Beispiel, sang jeden Satz vor, statt einfach zu sprechen. Ihr Mann wollte sie deswegen mit dem Baseballschläger umbringen, da sie ihn in den Wahnsinn trieb. Als ihm dies aber nicht gelang, beging er Selbstmord. Der Vater von Peggy befand sich auf der Titanic und ertrank, weil er es bevorzugte, seine Geliebte zu retten. Er gewährte ihr deswegen seinen Platz auf dem Rettungsschiff und machte aus der 13-jährigen Peggy eine Halbwaise. Und auch Peggy war schamlos, wenn es um ihre Affären ging: Sie veröffentlichte in den 50er Jahren eine Autobiographie, in der sie ihr Treiben, im wahrsten Sinne des Wortes, beschrieb. Das war im prüden Amerika ein Skandal, doch Peggy hatte nur ein müdes Lächeln dafür übrig: “Ich verhalte mich doch einfach wie alle meine männlichen Gegenstücke. Nur schreit bei ihnen niemand auf.” Wer also pikante Details über Marcel Duchamp, Jackson Pollock und co. erfahren möchte, kann sich hier das Buch bestellen.


4. Woher der Ausdruck “gestochen scharf” kommt
Ich gehöre zu den glücklichen 400’000 Besuchern der grossen Bruegel-Ausstellung in Wien, die im Januar zu Ende ging. Es war nicht leicht, ein Ticket zu ergattern, denn die Ausstellung war schon über Wochen zuvor ausverkauft. Da half es auch nicht, Kulturbloggerin zu sein, denn selbst Journalisten wurden nach Erreichen des Kontingentes nicht mehr rein gelassen. Grund für den Ansturm auf das Kunsthistorische Museum war die einmalige Zusammenkunft von rund der Hälfte aller Werke des Künstlers zu seinem 450. Todestag. Zahlreiche Werke verliessen für die Ausstellung zum allerersten Mal ihre Heimatorte, denn viele der internationalen Leihgaben reisen aufgrund ihres hohen Alters und ihrer Fragilität nur sehr selten. Ein Highlight war unter anderem, dass sowohl die Rotterdamer wie auch die Wiener Version des bekannten Werkes Turmbau zu Babel zum ersten Mal seit rund 450 Jahren nebeneinander standen.

Rotterdamer Version des Turmbaus zu Babel

Nun gut, was hat dies jetzt genau mit Etymologie zu tun? Eigentlich nicht viel. Die Bruegel-Ausstellung war einfach der Auslöser für die etymologische Reise, auf die ich mich danach begab. Seine Kupferstiche hatten es mir nämlich besonders angetan. Nur: Was ist ein Kupferstich eigentlich genau? Und was ist der Unterschied zu all den anderen Begriffen, über die man immer wieder einmal stolpert aber eigentlich keine Ahnung hat, was sie heissen sollen: Lithografie, Siebdruck, Holzschnitt…Ich habe mir also nach der Rückkehr aus Wien erstmal zahlreiche YouTube Videos angeschaut, in denen die verschiedenen Verfahren erklärt werden, die sich vor allem in Hochdruck- und Tiefdruckverfahren unterteilen lassen. Beim Kupferstich handelt es sich um ein Tiefdruckverfahren, da die Linien mit einem Stahlmesser in eine Kupferplatte geritzt und die Vertiefungen mit Farbe gefüllt werden. Danach wird das Bild auf ein Papier gedruckt. Und nun – Trommelwirbel – kommt es: Das Charakteristische an einem Kupferstich ist, dass die Linien besonders fein und somit sehr klar sind. Deswegen sagt man, und zwar immer noch heute, dass “etwas gestochen scharf ist”.


5. Der tragische Tod von Sophie Taeuber-Arp  
In der klirrend kalten Nacht vom 12. Januar 1943 besuchte Sophie Taeuber-Arp, die für ihre Puppen bekannt ist, den Künstler Max Bill und seine Frau Binia Spoerri in Zürich-Höngg. Bill wollte ein Album mit Originalschnitten verlegen und die Künstlerin sollte ihre Drucke signieren. Bald gesellte sich Hans Arp, Sophie Taeuber-Arps Ehemann, zu den dreien und es wurde spät. Max Bill bot den beiden Gästen zwei schmale Schlafstätten: in einem unbeheizten Gartenzimmer mit einem kleinen Kanonenofen und im Wohnraum am Kamin. Aufopfernd wählte Sophie das kalte Zimmer. Es sollte ihre letzte Nacht werden. Sie heizte den Ofen ein und vergass, die Luftklappe zu öffnen. Kohlenmonoxid vergiftete Sophie Taeuber-Arp im Schlaf.


6. Was Dalí und Chupa Chups miteinander zu tun haben 
Wer kennt sie nicht, die berühmten Schläckstängel, die wie rosafarbene Riesenköpfe auf einem weissen, schmalen Giraffenhals thronen. Was viele aber nicht wissen, ist, dass der Surrealist Salvador Dalí hinter dem Logo des spanischen Brands (chupar = schlecken) steckt. Der Chupa Chups-Gründer Enric Bernat beschwerte sich an einem Nachmittag beim Kaffeetrinken mit seinem Freund und Künstler darüber, was er bisher für schreckliche Entwürfe für das Logo erhalten hatte. Dalí fühlte sich also direkt dazu berufen, seinem Freund mit seiner eigenen Kreativität zu helfen. Er integrierte die Wortmarke mit eleganten Buchstaben in einem Gänseblümchen. Neben dem Design war ihm auch die gute Präsentation des Logos wichtig. Dalí bestand darauf, dass sein Logo oben auf den Lutscher gesetzt werden musste statt auf die Seite. So war das Logo immer gut und komplett sichtbar. Chupa Chups ist immer noch eine starke Marke und verkauft vier Milliarden Lutscher jedes Jahr.

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